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Netz-Talk. Michael Federspiel ist der Geschäftsführer von mortalino.ch, einer Internetseite rund ums Thema Tod.

Bolero: Wie sind Sie auf die Idee einer Site zum Thema Tod und Sterben gekommen?
Michael Federspiel: Vor ein paar Monaten habe ich einem Kollegen geholfen, der seine Mutter verloren hat. Viele Informationen darüber, was in einem solchen Fall zu tun ist, habe im Internet und in Büchern gefunden, doch die Suche war mühsam und zeitraubend. Da habe ich mir gedacht: eine Internetsite, die all diese Dinge sachlich und strukturiert erklärt, könnte für viele Menschen eine grosse Hilfe sein.

Was genau bietet mortalino.ch denn an?
Einerseits ist die Seite ein Ratgeber dazu, wie im Todesfall einer nahe stehenden Person vorzugehen ist, mit Checklisten, was alles zu erledigen ist und Links zu wichtigen Adressen. Sie können aber auch Blumen bestellen oder Kondolenzkarten, ausserdem bieten wir eine Sammlung von besinnlichen Texten. Daneben wollen wir das Thema Vorsorge vertiefen. Es gibt eine ganze Reihe von guten Gründen, sich um die letzten Dinge rechtzeitig selbst zu kümmern. Alleinstehende wollen sicher gehen, dass alles in ihrem Sinne getan wird. Oder Sie wollen die Angehörigen von all den vielen Entscheidungen befreien, welche die Abwicklung einer Bestattung erfordert. In der Schweiz sterben jedes Jahr 60000 Menschen. Wenn man bedenkt, dass jeder Verstorbene fünf bis zehn nahe Angehörige hat, ist das eine grosse Zahl.

Dann ist das Feedback auf die Seite gross?
Ja, sehr. Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema, und ich merke, dass sich das Internet gut als Medium dafür eignet. Das Netz ist anonym, man kann Tag und Nacht darauf zugreifen, und die Informationen sind gratis. Allerdings ist unsere Dienstleistung noch nicht wahnsinnig bekannt. Wir setzen auf Mund-zu-Mund-Propaganda, und das dauert eben seine Zeit.