| Phaidon (ca. 387-367 v. Chr.) Sokrates. In der Tat also, mein Simmias,
trachten die wahren Philosophen danach, zu sterben, und der Tod ist
ihnen von allen Menschen am wenigsten furchtbar. Stelle nur folgende
Erwägung an. Wenn sie nämlich in jeder Hinsicht mit dem Leibe entzweit
sind und die Seele ganz für sich allein haben wollen, wäre es da nicht
die größte Torheit, wenn sie sich bei Erfüllung dieses Wunsches fürchten
und unwillig sein wollten, anstatt mit Freuden dahin zu gehen, wo
sie nach ihrer Ankunft hoffen dürfen, das zu erlangen, wonach sie
ihr Leben lang getrachtet haben - es war dies aber die Vernunfterkenntnis
-, und vom Zusammensein mit dem befreit zu werden, was ihnen zuwider
war? Plato |
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