von Giuseppe Botti
88 S., broschiert
3. Auflage, Sept. 2000
Beobachter-Buchverlag
ISBN: 3-85569-212-2
Vermögensaufbau mit Anlagefonds
Der vorsichtige Fuchs klärt ab, wo die Risiken liegen, wenn er über
sein angestammtes Revier hinaus auf die Jagd geht. Auch der vorsichtige Anleger
klärt zuerst einmal die Gefahren ab, wenn er neben dem Sparkonto andere
Geldanlagen in Erwägung zieht.
Banken, Versicherungs- und Finanzgesellschaften bieten den Anlegerinnen und Anlegern vermehrt Anlagefonds an. Vieles spricht denn auch für diese Anlageform: Die Verwaltung des Wertschriftenvermögens wird einem weitgehend abgenommen, die Gebühren liegen tief und dank der Aufteilung des Fondsvermögens ist das Risiko breit gestreut. Da die meisten Banken und Versicherungen an den Fondsgesellschaften selber beteiligt sind, ist zudem die Einhaltung des Anlagefondsgesetzes garantiert.
Bei über 1300 in der Schweiz erhältlichen Anlagefonds ist die richtige Wahl jedoch nicht einfach. Bevor Sie also Ihr Erspartes in irgendeinen Anlagefonds investieren, sollten Sie die wichtigsten Mechanismen kennen und sich über die verschiedenen Angebote informieren. Nur so können Sie den Fonds wählen, der Ihren Vermögenszielen am besten entspricht.
Anlagefonds sind der beste Weg, sich ein Wertschriftenvermögen aufzubauen und dieses effizient zu vermehren.
So funktioniert ein Anlagefonds
Ein Anlagefonds ist ein «Sammeltopf» aus vielen kleinen Anlagevermögen
von Sparerinnen und Sparern. Das Fondsvermögen wird von den Fondsgesellschaften
im Interesse der Anleger und gemäss dem Fondszweck verwaltet und angelegt.
Je nach Anlageart werden verschiedene Fonds unterschieden:
Geldmarktfonds
Geldmarktfonds beschränken sich auf kurzfristige Geldmarktanlagen.
Obligationenfonds
Hier wird das Fondsvermögen in erstklassige Obligationen und andere festverzinsliche
Anlagen investiert. Obligationenfonds werden unterschieden nach Währungen
und Laufzeiten.
Aktienfonds
Aktienfonds investieren den grössten Teil des Fondsvermögens in Aktien
erstklassiger Gesellschaften. Die Aktienfonds werden aufgeteilt nach Ländern,
Branchen oder Regionen.
Anlagezielfonds, Anlagestrategiefonds oder Portfoliofonds
Drei Begriffe für die gleiche Anlage: Das Vermögen dieser Fonds wird
nach verschiedenen Kriterien aufgeteilt auf Geldmarktanlagen, Obligationen und
Aktien. Je nach Zusammensetzung ist die Rendite, aber auch das Risiko unterschiedlich
hoch.
Immobilienfonds
Immobilienfonds legen das Fondsvermögen in erstklassige Liegenschaften
an. Es werden sowohl bestehende Liegenschaften erworben als auch Bauland gekauft
und überbaut.
Bei den Anlagefonds können Sie zudem wählen zwischen Fonds mit Ausschüttung,
bei denen die Erträge jährlich ausbezahlt werden, und so genannten
Thesaurierungsfonds (Tranche B), welche keine Auszahlungen leisten, sondern
alle Erträge sofort wieder im Fonds investieren. Die zweite Fondsart nimmt
dem Anleger die Arbeit ab, die Erträge selber zu investieren, was bei kleinen
Beträgen auch gar nicht sinnvoll und nicht möglich wäre.
Wie sicher sind Anlagefonds?
Anlagefonds unterstehen in der Schweiz dem strengen Anlagefondsgesetz (AFG).
Die oft gestellte Frage nach der Sicherheit eines Fonds ist zwar berechtigt,
richtet sich aber nicht danach, ob der Fonds in Konkurs geraten kann. Die Sicherheit
des ausgewählten Anlagefonds hängt immer von der Zusammensetzung des
Fondsvermögens ab. Handelt es sich um einen Obligationenfonds, liegt das
Risiko sicher um einiges tiefer als bei einem Aktienfonds. Bei den Anlagestrategiefonds
kommt es vor allem auf den Aktienanteil an. Je höher der Fremdwährungs-
oder Aktienanteil, desto höher das Risiko desto grösser aber
auch die Chance für einen Kursgewinn oder eine hohe Rendite. Auch der Zeitfaktor
spielt eine Rolle, vor allem bei Aktienfonds und Aktien: Je längerfristig
Sie anlegen können, desto tiefer Ihr Kursrisiko. Je höher der Aktienanteil
des gewählten Fonds, desto länger sollte also die Anlagedauer betragen.
Wie kaufe ich Anlagefonds?
Der Kauf von Anlagefonds funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie zahlen
Ihr Geld bei einer Bank meist Ihrer Hausbank ein oder lassen den
Kauf direkt Ihrem Konto belasten, und die Bank legt das Geld in dem von Ihnen
gewünschten Anlagefonds an. Das kann ein Fonds der Hausbank selbst oder
einer anderen Bank oder Fondsgesellschaft im In- und Ausland sein. Darauf erhalten
Sie eine Abrechnung mit der Bestätigung, dass die gewünschten Fondsanteile
für Sie gekauft und Ihrem Wertschriftendepot beigefügt worden sind.
Bei der Fondsgesellschaft kann es sich um eine juristisch selbständige Gesellschaft oder um eine der Bank nahe stehende Gesellschaft handeln, die von der eidgenössischen Bankenkommission (EBK) eine Fondsbewilligung erhalten hat. Verwaltet wird das Fondsvermögen von der Fondsleitung; das ist eine unabhängige Gesellschaft oder eine spezialisierte Tochtergesellschaft der herausgebenden Bank. Aus Sicherheitsgründen werden die Wertschriften bei einer Depotbank aufbewahrt. Diese Depotbank ist gemeinsam mit der Fondsleitung Vertragspartnerin des Anlegers. Sie bewahrt das ganz Fondsvermögen auf und muss nicht vertragskonforme Anlagen verhindern. Depotbank und Fondsleitung sind rechtlich und personell ge-trennte und voneinander unabhängige Einheiten.
Eine nicht zu unterschätzende Sicherheitsgarantie für Fondsanleger besteht darin, dass in der Schweiz das Bundesgesetz über die Anlagefonds sowie die eidgenössische Bankenkommission die Beziehungen zwischen Anlegern, Fondsleitung und Depotbank regeln.
Weitere Themen im Kapitel «Vermögensaufbau mit Anlagefonds»:
Wie werden Anlagefonds besteuert?
Geheimnisvolle Gebührenberechnung
Wer vermittelt Fonds?
Fondssparpläne Wertpapierkauf auf Raten
Worauf muss ich bei Fondssparplänen achten?
Wie haben die Fonds bisher rentiert?
Auf die Zusammensetzung kommt es an