Gesundheit im Internet

von Annette Bolz

160 S., broschiert

1. Auflage, Dez. 2000
Beobachter-Buchverlag
ISBN: 3-85569-205-X

mehr Details / Bestellung


LESEPROBE


Die besten vier Medizin-Directories

• Das Healthweb (http://www.healthweb.org) ist ein übersichtlich gestaltetes Gesundheitsverzeichnis. Obwohl die Links nicht kommentiert werden, lässt sich auf den ersten Blick erkennen, dass nur Seiten mit Qualität in diesen Katalog kommen. Denn entweder sind es Angebote von medizinischen Instituten oder solche von staatlichen Institutionen, die dort verzeichnet sind. Wer unter den aufgeführten Rubriken das Gesuchte nicht findet, kann zurückgreifen auf die Healthweb-Suchmaschine und dort ein Stichwort nennen. Allerdings ist das Healthweb nur englischsprachig – deshalb liefert die Suche nur dann Ergebnisse, wenn das Stichwort ebenfalls in Englisch eingegeben wird.

• Im MedWeb (http://www.medweb.emory.edu) angekommen, muss man zunächst «consumer health» anklicken, um zu einem Verzeichnis zu gelangen, das Gesundheitsbewusste und Kranke informiert. Dann wird ein sehr ausführlicher Katalog geboten – von «addiction» bis zu «what’s new». Allerdings sind die Kommentare zu den Links nicht immer hilfreich. Zudem sind die verzeichneten Seiten innerhalb einer Rubrik nicht geordnet. Auch das MedWeb spricht nur englisch.

• Medical Matrix (http://www.medmatrix.org) ist ein riesiges, englischsprachiges Verzeichnis, das sich mit einer Suchfunktion durchforsten lässt. Man muss sich zwar (kostenlos) anmelden, danach aber stehen viele Informationen, von «alternative medicine» bis «travel medicine», zur Verfügung. Seiten, die die Redaktion besonders gut findet, sind mit einem oder mehreren Sternchen versehen.

• Medexplorer (http://www.medexplorer.com) ist eher für Fachleute gedacht: Als Rubriken finden sich Stichworte wie «bipolar disorders» oder «palliative care». Für die meisten Hilfesuchenden wird das zu speziell sein. Wer aber in anderen Katalogen nicht fündig geworden ist, kann hier sein Glück versuchen, denn der Medexplorer hat ein riesiges Verzeichnis. Zudem besitzt er eine Suchfunktion.

Die Nachteile von Internetverzeichnissen hängen alle mit der Tatsache zusammen, dass diese Kataloge von Menschen gemacht werden. Erstens beschränken sie sich damit auf eine bestimmte Sprache – meist Englisch. Zweitens können die Directories nie vollständig sein. Denn das World Wide Web ändert sich schneller, als eine Redaktion aktualisieren kann. Drittens hängen die Kommentare in Verzeichnissen immer von einzelnen Personen und damit von deren Vorlieben ab. Trotzdem können Verzeichnisse ganz nützlich sein.

Beispiel: Corinne Tobler hat gestern einen Schwangerschaftstest gemacht und erfahren, dass sie ein Kind erwartet. Nun will sie sich darüber informieren, wie sich ihr Leben in den nächsten neun Monaten ändern wird. Zunächst geht sie zu Yahoo (http://www.yahoo.de). Dort klickt sie auf die Rubrik «Gesundheit», dann auf «Frauen» und findet dort schnell den Punkt «Schwangerschaft und Geburt». Zur Auswahl stehen 15 kommentierte Links.
Die angebotenen Links findet Corinne Tobler aber recht uninteressant: Ob die Geburt bei Frau Möller oder Frau Schulz schön war, findet die werdende Mutter genauso spannend, «als ob in China ein Fahrrad umfällt». Und was alles schief gehen kann bei ihrer Schwangerschaft, will sie auch nicht so genau wissen.
Daher geht sie zu einem englischsprachigen Web-Katalog. Denn aus den USA und aus Grossbritannien, so weiss Corinne Tobler, kommen viel mehr Internetangebote. Daher ist es wahrscheinlich, dass im angloamerikanischen Sprachraum eher etwas zu finden ist, das sie gefühlsmässig mehr anspricht.
Die werdende Mutter tippt daher die Adresse vom MedWeb in ihren Browser: http://www.medweb.emory.edu/MedWeb. Dort angelangt, klickt sie auf den Link «consumer health» – «consumer» bezeichnet in diesem Zusammenhang Nichtfachleute. Als Corinne Tobler nun die Rubriken durchliest, stellt sie plötzlich fest, dass sie vergessen hat, was «schwanger» auf Englisch heisst. Daher holt sie schnell das Wörterbuch, schlägt nach und liest «pregnant» – ach ja! Nun weiss sie, dass das Stichwort «pregnancy» das richtige ist. Sie findet sechs kommentierte Links und entscheidet sich für das Storchennetz (http://www.storknet.org). Dort ist unter anderem genau beschrieben, was in jeder Schwangerschaftswoche mit dem Körper der Mutter und mit dem Körper des Kindes passiert.